Sonntag, 19. Mai 2019

Dein ökologischer Fußbdruck



Heuhütten in einem abgelegenen Schwarzwaldtal
Vor einiger Zeit bekam ich Besuch von einer sehr netten Freiburger Studentin. Normalerweise  verhandle ich keine Angelegenheiten an der Haustür, aber sie kam, um für den Beitritt im B.U.N.D zu werben. Und sie erwies sich auch als absolut fachkundig, selbst, was Adressen für den Kauf von Kleidung betraf, die nicht in Bangladesch oder einem ähnlichen Land hergestellt wird. Ich unterschrieb also den Beitrittsvertrag und bekam gestern die erste Ausgabe des B.U.N.D-Magazins. Da waren die Stellungnahmen der Parteien zu den großen Themen wie Klimaschutz bei der Europawahl aufgeführt. Es gab eigentlich keine Partei, der ich da eine große Kompetenz zutrauen würde, am ehesten noch den Linken, ein wenig den Grünen und der SPD. Die Frage der Landschaftszersiedelung und der Bodenversiegelung durch immer neuen Straßen- und Häuserbau tauchte eigentlich nirgendwo auf. Und doch ist dieser menschengemachte Flächenverbrauch -neben vielen anderen Kriterien -mitverantwortlich für das Artensterben und auch für den Klimawandel. Der langen Rede kurzer Sinn: Auch wenn die Europawahl früher mehr oder weniger an mir vorbeiging, halte ich sie diesmal für sehr wichtig, auch wegen der sozialen Gerechtigkeit und der Ausbreitung des Rechtspopulismus. Und habe die Briefwahlunterlagen bestellt, weil ich noch nicht weiß, ob ich am 26. Mai da sein werde. Eines ist auf jeden Fall klar: Die gegenwärtige Nässe- und Gewitterperiode ist genauso wenig "normal" wie die vorhergehende und sicher folgende Dürreperiode, so sehr die AfD das auch klein zu sülzen versucht.

Im Zuge dieser Überlegungen bin ich auf einen Test gestoßen, mit dem man seinen ökologischen Fußabdruck messen kann. Das heißt, inwieweit man mit seinem Konsumverhalten selbst zum Klimawandel beiträgt. Ich teile mir mein Auto voll und ganz mit jemandem, der 8 Km entfernt wohnt, ich verursache nicht viel Müll, den ich recyceln lassen, esse weniger tierische Produkte als früher, bin in den letzten zehn Jahren nur einmal geflogen und habe in meinem Garten Blumen wie Lavendel, Rosmarin, Primeln, Traubenhyazinthen u.a., die den Bienen als Futter dienen. Ein Fahrrad kann ich leider nicht unterbringen, aber lange Strecken in Deutschland fahre ich mit der Bahn. Alte Geräte und Möbel werden erst ausgetauscht, wenn sie kaputt sind. Trotzdem ist mein ökologischer Fußabdruck so groß, dass, wenn jeder so handelt,  man 2,6 Erden benötigen würde, um die kollektiven Bedürfnisse zu erfüllen. Mach diesen Test mal,/ machen Sie diesen Test einmal (alle Sprachen), und sie werden staunen, was das Konsumverhalten des Einzelnen für eine Auswirkung auf das Ganze hat.

https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/

Weitere, ergänzende Tests:
https://bit.ly/2EjbU36

https://www.atmosfair.de/de/

Kommentare:

  1. Eine andere Webseite, mit der man den ökol. Fußabdruck messen kann - und als Ersatz was spenden kann - ist:
    https://www.atmosfair.de/de/

    Ich darf da gar nicht weiter nachdenken. Ich bin 5 Jahre lange als Flugbegleiterin fast täglich in die USA geflogen, später dann als Reiseleiterin, Wolfsforscherin etc. etc. Da müsste ich mich gleich auf den Mars schießen.
    Nun ja, früher waren wir nicht so schlau.

    AntwortenLöschen
  2. Gute Idee mit dem Spenden, Elli. Ich habe den Link und einen weiteren noch in den Beitrag reinkopiert.

    Dabei glaube ich, dass wir zwar Mitverursacher der gegenwärtigen Probleme sind, eben weil wir bedenkenlos waren. Ich bin während des Studiums und bis vor zehn Jahren auch viel geflogen. Aber die Bedingungen waren damals auch noch anders. Wir haben uns in Kneipen getroffen, um uns auszutauschen, heute braucht auch die Generation, die jetzt aufbegehrt, andere Kommunikationssysteme. Wir haben uns für Frieden und Umwelt genauso eingesetzt. Und wir, die wir uns dessen bewusst sind, sind auch nicht die großen Sünder. Ich stelle mir vor, dass ein SUV-Besitzer, dessen Frau und Kinder eigene Autos haben, der eine Alexa hat, jeden Tag Pakete erhält, Berge von Müll verursacht, am Wochenende nach Mallorca fliegt, Trockner, Geschirrspülmasche und zig andere Geräte besitzt, diesen Test machen würde. Da würden wahrscheinlich 100 Erden nicht reichen!

    AntwortenLöschen

Mit Ihrem Kommentar erkennen sie die Datenschutzerklärung dieses Blogs an.(Oben in der Navigationsleiste)