Montag, 13. Juni 2016

Rock und Blues im Schwarzen Wald

Heute einmal ein Zwischenthema, etwas spezieller für die Liebhaber alter Rockmusik und für Anrainer des nördlichen Schwarzwaldes. Dafür kulturell super und nachhaltig entspannend! Wenn die einzige gute Nachricht der letzten Zeit darin besteht, dass Basti ein sensationelles Tor geschossen hat, muss ich mir ernsthaft überlegen, ob es nicht noch andere Dinge gibt, die dem geplagten Individuum zu mehr Ruhe und zu mehr "positivem Denken" verhelfen (außer dem Schreiben, natürlich).

Am Samstag waren wir zu einer Rock - und Bluesveranstaltung im Schwarzwald eingeladen. Mein Freund, der Drummer, hatte vor einiger Zeit einen Musikerkollegen wiedergetroffen, mit dem er vor 30 Jahren Musik gemacht hat. Sie hatten sogar als Vorgruppe von Wolle Kriwanek gespielt. Im strömenden Regen erreichten wir das Festspiel-Haus der Kulturwerkstatt Simmersfeld. Diese Werkstatt hat eine Erfolgsgeschichte hinter sich. Schon 1983 von einigen engagierten Bürgern gegründet, wurde im Jahr 2004 ein eigenes kleines Festspielhaus gebaut. Dreiunddreißg Jahre Kultur in einer Gegend, die nach den Römern eher von Räubern, Wölfen und Bauern bevölkert wurde, die mehr auf den eigenen Schinken im Rauch schauten als nach anderen Menschen. Auch heute noch besteht die Kultur häufig darin, Touristen in einer entsprechenden Tracht und mit entsprechenden Preisen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber es gibt natürlich noch viele ähnliche Ansätze wie diese Kulturwerkstatt. Eigentlich war der Abend als Open Air geplant gewesen, doch zum Glück gab es eine halb überdachte Terrasse, unter der die Würstchen gebraten werden konnten. Die Musiker von der Rock- und Bluesband Dr. Gonzo spielen ebenfalls schon seit mehr als 25 Jahren zusammen, einige gingen, neue kamen hinzu. Die zweieinhalb Stunden waren für mich ein Vorbeimarsch. Endlich mal wieder eine Musik, bei der Füße und Hände unwillkürlich zu zucken beginnen! Ein Haufen E-Gitarren mit wechselndem Einsatz, eine Akustikgitarre, Bassgitarre, Schlagzeug, K-Board,  Saxophon und ein bisschen Percussion. Wunderbar die Slapstick-Einlagen mit einem fiktiven Udo Lindenberg und der "Polizei"! Glückliche Gesichter, ein wunderbar entspanntes Gefühl, Vergessen des allgemeinen Chaos ringsum. Unter anderem Lieder der sechziger bis achtziger Jahre von Eric Clapton, Free, Bad Company, "Summer in the City" von The Loving Spoonful, und eigens für meinen Drummer ein Bluesharp - Solo von John Mayell. Letzterer hat gerade mit 80 wieder eine Platte herausgebracht, wie ich erfuhr. Die "alten Rocklegenden" haben Bestand, wie es scheint. In der Literatur ist es u.a. der Schwabe Felix Huby, der seit seinen 30er Jahren Bücher veröffentlicht, unter anderem die Bienzle-Folgen im "Tatort". Jetzt hat er einen Folgeband zu den "Heimatjahren" herausgegeben: Lehrjahre in Blaubeuren. Trotz der Fußball-EM waren ca. 50 Leute nach Simmersfeld gekommen, das Nischenpublikum per se und eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Gruppe tritt am Samstag, den 16. Juli 2016 beim Musiksommer auf dem Saumarkt Altensteig um 21.30 wieder auf. Sie haben auch noch ganz andere und eigene Stücke im Programm. Hier auch noch ein Hinweis auf die Veranstaltung "Calw rockt" am 24 Juni 2016 auf dem Marktplatz, seit vielen Jahren initiiert vom Hessefan Udo Lindenberg. Mein persönlicher Tipp: Rock mal wieder, um dich von den Anstrengungen des Schreibens und den Qualen des Nicht-Schreibens zu erholen!

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