Montag, 19. Januar 2015

Was auch in der Zeitung stehen könnte

Zur Zeit tue ich mich etwas schwer mit den Eintragungen in meinem Blog. Unser Motto war ja immer, nur das zu schreiben, was auch morgen in der Zeitung stehen könnte. Und in den meist virtuellen Zeitungen lese ich, es würden jetzt überall derart massive Bedrohungen angekündigt werden, dass man sich am besten in einem Blockhaus in Kanada verstecken sollte. Aber auch dort würde man sicher gefunden und ausgerottet werden. Todenhöfer hat einen IS-Anhänger interviewt. Aldi habe eine Seife, auf der eine Moschee abgdruckt war, aus dem Betrieb genommen, in Dresden wurde eine Veranstaltung der Pegida abgesagt. Das und noch viel mehr steht in den Zeitungen.

Und doch hat ein jeder nach wie vor sein Alltagsleben neben dieser Bedrohung. Mich beschäftigen auch noch ganz andere Dinge. Die Gestaltung der paar Monate, bis ich frei von Broterwerbsarbeit bin. Die Freude darauf und die Spannung, was sich wohl ändern wird. Ob ich dann wirklich mehr Zeit zum Schreiben habe? Die Entwicklung, die sich bei den Verlagen, aber auch bei Amazon abzeichnet. Die Hürden und Messlatten, um an die Verlage und Agenturen heranzukommen, werden immer höher und unüberwindlicher, die Wartezeiten immer länger, der Verkaufsdruck immer stärker. Bei Amazon sieht es so aus, als hätte ich gerade noch ein starkes halbes Jahr vom Kuchen abbekommen, den sich jetzt immer weniger Spitzenverdiener teilen. Und wer viel verkauft, wird fürstlich belohnt, hüben mit Boni, drüben mit neuen lukrativen Verträgen und gewaltigen Vorschüssen. Ich bin momentan gar nicht so erpicht darauf, auf ein weiteres Karussell aufzuspringen. Verkaufsdruck ist ein Kreativkiller! Am besten geht es mir, wenn ich einen neuen Roman überarbeite und feststelle, dass sich meine Stimme weiterentwickelt hat. Wenn ich wieder den Raum finde, um Neues zu entwickeln. Oder wenn ich eines der Bücher lese, die wir wieder angeschleppt haben. Bücher und Schreiben werden meine Zukunft sein.

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