Montag, 2. Mai 2011

Auf den Spuren meiner Figuren

Regelmäßige Leser und Leserinnen meines Blogs wissen es schon lang: Was ich auch tue, wohin ich mich begebe, ich werde immer wieder auf die Schauplätze und Figuren meiner Romane zurückgeworfen-im positivsten aller Sinne! So erging es mir auch gestern und vorgestern: Fangen wir mal mit dem Samstag an. Hoch über Bad Urach führt ein Weg, teilweise am Steilabbruch, dem Trauf, entlang. Auf dem Rutschenfelsen, dort, wo früher die Baumstämme zu Tal gebracht wurden, entstand am 16. März 2002 mein erster Roman. Und so wie dort fing es an zu grummeln, die Donnerschläge kamen immer näher. Nicht so durchnässt wie meine Romanfigur, aber mit den ersten Tropfen kamen wir zum Parkplatz zurück. In der Nähe stand das Silberblatt, die "Mondviole", die süß und betörend duftet.

                                           Besuch in Urach

                         Nur fast so wie im Traum ist mirs geschehen,
                         Dass ich in dies geliebte Tal verirrt.
                         Kein Wunder ist, was meine Augen sehen,
                         Doch schwankt der Boden, Luft und Staude schwirrt,
                         Aus tausend gruenen Spiegeln scheint zu gehen
                         Vergangne Zeit, die laechelnd mich verwirrt;
                         Die Wahrheit selber wird hier zum Gedichte,
                         Mein eigen Bild ein fremd und hold Gesichte!

                         Da seid ihr alle wieder aufgerichtet,
                         Besonnte Felsen, alte Wolkenstuehle!
                         Auf Waeldern schwer, wo kaum der Mittag lichtet
                         Und Schatten mischt mit balsamreicher Schwuele.
                         Kennt ihr mich noch, der sonst hieher gefluechtet,
                         Im Moose, bei suess-schlaeferndem Gefuehle,
                         Der Muecke Sumsen hier ein Ohr geliehen,
                         Ach, kennt ihr mich, und wollt nicht vor mir fliehen?
 
                         Eduard Mörike, 1804-1875                      


Gestern hatten wir eine Maiwanderung zum Irrenberg (Schwäbische Alb) geplant, auf einer unbekannten Route, weil dort nur wenige Menschen unterwegs sind. Schon von ferne sahen wir einen schwarzen Vorhang über dem Gebirge, also drehten wir und landeten im Neckarbergland. Bei Sulz, einem Schauplatz meines Romans "Teufelswerk"alias "Das Vermächtnis des Bischofs, steht hoch über dem Tal die imposante Ruine Albeck der Geroldsecker. Darunter liegt eine der bedeutendsten Heiden des Landes.




Der Weg zur Ruine geht erst einmal moderat, dann recht steil so 100-200 Hm hinauf. Schilder eines Waldlehrpfades helfen beim Verschnaufen. Die Ruine Albeck, Ausgangspunkt des Romans, ist sehr gut erhalten bzw. wurde hervorragend restauriert.



 Ruine Albeck







Von der Ruine geht es ein Stück hinab in die Wacholderheide hinein. Dort stehen um diese Jahreszeit Kugelblumen und erste Orchideen.


Weiter geht es über den Rücken des Bergsporns, auf dem die Ruine steht. Der wunderschöne Waldweg schlängelt sich durch das Grün der Buchen, bis er schließlich abzweigt und direkt auf vier Mammutbäume trifft, die im 19. Jahrhundert gepflanzt wurden.



Die Flut der Bilder war und ist fast erschlagend. Beim Austritt aus dem Wald blickt man über die Hochebene über dem Neckartal, und die sieht so aus:
Zurück dann an der Heide entlang.Eine Rundwanderung, die sich zu fast allen Jahreszeiten lohnt. Dauer ca. 2 Stunden, etwa 4-5 Kilometer. In der Nähe befand sich auch ein römisches Kastell, dessen Reste unter Glas betrachtet werden können. Sulz ist ein Städtchen, in dem früher Salz gewonnen wurde. Es hat nicht mehr viel von der alten Bausubstanz. Zum Abschluss und als Ergänzung des 1. Mai besuchten wir mal wieder die Benediktinerabtei Alpirsbach, Schaulplatz meines Romans "Die Pilgerin von Montserrat." Auf den Spuren meiner Romane zu wandeln bedeutet für mich immer einen
Ansporn, weiterzumachen.








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Kommentare:

PvC hat gesagt…

Liebe Christa,
hast du mal daran gedacht, Lesungen mit einer Reise zum Handlungsort zu kombinieren?
Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

Liebe Petra, das wäre sicher sehr schön, aber dazu müssten die Fans Kondition haben:-)

Herzlichst
Christa