Donnerstag, 9. Dezember 2010

Zeitfresser Internet

Achtung, bevor Sie dies lesen, entscheiden Sie, ob es auch wirklich nötig ist, es zu lesen! Es könnte ein Zeitfresser sein. Jetzt habe ich meine Zeit damit verbracht, mich darüber zu informieren, wo die größten Zeitfresser stecken. Nachdem ich tief in mich gegangen bin, kann ich für mich feststellen: Meine größten Zeitfresser sind Emails, ob beruflich, mit Bekannten oder für den Blog. Und alles, was man meint, auch noch so lesen zu müssen jeden Tag. Hier lese ich, dass man auch bei Twitter, Facebook usw. selektieren kann, um nicht überschwemmt zu werden. Da wage ich mich gar nicht erst hin, weil ich mich kenne. Bin ich nicht früher auch in Chats gehockt und habe die Suppe anbrennen lassen? Ich kenne mich zur Genüge. Weitere, wenn auch nötige Zeitfresser sind der Haushalt, das Schneeschippen, Einkaufen. Und der allergrößte: Das Schreiben und die Beschäftigung mit dem Schreiben. Der Beruf frisst einen Haufen Zeit, ebenso Friseur-und Zahnarztbesuche. Lesen kostet Zeit, Fernsehen (das wenige, was davon bleibt), Spazierengehen, Kochen, Essen, Körperpflege, Fotografieren und Shoppen auch. Man sollte sich fragen, was man davon am liebsten macht und was am wenigsten gern und was man nicht eliminieren kann. Dann bleibt genügend Zeit, sich auch einmal auf der Couch zu räkeln und den Schneeflocken zuzuschauen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hm, Zeitfresser klingt so negativ. Aber die meisten Kontakte per Mail oder Chat empfinde ich persönlich als positiv und bereichernd. Natürlich kosten sie Zeit. Aber Zeit an etwas hinwenden, das kann doch auch etwas ungeheuer Schönes sein. Nur wenn es lästige Dinge sind, sind es Zeitfresser. Und überhaupt: wofür will man sich die Zeit denn aufsparen?
Liebe Grüße, Luise

Christa hat gesagt…

Hi, Luise, schön, mal wieder was von dir zu hören! Ja, das wollte ich mit diesen Worten auch bezwecken: sich zu überlegen,
was die Zeit schön, gut und sinnvoll füllt und was man eigentlich streichen könnte. Ich merke halt oft, dass ich in Eile gerate, weil ich zu lange am Computer gesessen bin. Und nachdem ich es mir heute noch mal überlegt habe, sind das auch genau die Dinge, die ich gern tue, nämlich, mich mit anderen austauschen. Also, was ist wirklich wichtig? Oder was von all dem ist weniger wichtig? Vielleicht sollte man einfach eins anch dem anderen machen, damit die Suppe nicht anbrennt?

fragt sich Christa

Heinrich hat gesagt…

Der unproduktivste "Zeitfresser" ist Schlafen, aber nun mal nötig.
Darum ist es gut, wenn man manche Dinge im Schlaf beherrscht - das spart Zeit. ;)

Gruß Heinrich

Heinrich hat gesagt…

Da fällt mir noch ein Paradoxon ein:
Wenn ich etwas NICHT erledige, habe ich Zeit gespart. Diese Zeit müsste sich wie in einer Zeitspardose ansammeln, aber irgendwann habe ich einen riesigen Haufen unerledigter Dinge - und KEINE Zeit!?
Wo ist nur die Zeit geblieben? Allein die Suche nach der Ursache kann mehr Zeit kosten ... kosten? Was kostet denn die Zeit?

Einen Teil des Lebens ...

Gute Nacht ;)

Christa hat gesagt…

An den Schlaf als Zeitfresser hatte ich auch schon gedacht, lieber Heinrich, habe ihn dann aber auch unter "Notwendigkeiten"verbucht. Wie wär's denn mit "Den Seinen gibt's der Herr im Schlafe"? Dann braucht er im Wachsein nichts mehr zu machen und hätte Zeit für alles Gute und Schöne.:-)

Christa

Petra hat gesagt…

Mmm... tot sein wäre äußerst zeitsparend. Ist nicht das Leben an sich schon Zeitverschwendung? ;-)

Spaß beiseite, ich beobachte bei mir selbst immer wieder, dass vor allem zwei Dinge aus dem Ruder laufen, wenn ich das Gefühl habe, die Zeit renne mir davon:
1. Ich tue zu viele Dinge zu planlos zu gleichzeitig.
2. Ich fühle mich fremdbestimmt, kann nur re-agieren.

Die Methoden, damit umzugehen, sind sicher individuell verschieden, aber das Fazit aus dem Umgang damit dürfte wohl bei allen gleich sein: Wenn man selbst das Heft wieder in die Hand nimmt, dehnt sich die Zeit.
Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

"Mmm... tot sein wäre äußerst zeitsparend. Ist nicht das Leben an sich schon Zeitverschwendung? ;-)"

*g*

Dann wäre die Antwort also: Disziplin und Selbstbestimmung.
Ich werde heute Abend mal damit anfangen, Unerledigtes in einen besonderen Ordner zu verschieben bzw. mir Spickzettelchen zu machen und dann das erledigen, sobald ich die Zeit dafür habe. Wenn ich Suppe koche, wird eben nichts anderes gemacht! Zeit fürs Leben, Zeit fürs Schreiben habe ich das mal genannt ...

Christa

Li + Belle hat gesagt…

Mir geht es wie Petra, zu viele Dinge gleichzeitig ersparen nicht Zeit, sondern lassen sie noch schneller vergehen. Und ich komme ins Hudeln und brauche vielleicht sogar noch mehr Zeit.
Und wenn meine Zeit fremdbestimmt wird, dann empfinde ich das als sehr unangenehm. Schnee schaufeln ist für mich eher Zeit zum Nachdenken, da geht es schön stupide voran. Dafür ist einkaufen (egal ob Lebensmittel oder Kleidung)ein Grauen und höchst vertane Zeit. Gottseidank geht da schon vieles, zeitsparend, über das Internet - Zeit, die ich dann mit Bloggen, mit Blogs lesen und Mails schreiben "vergeude". In Klammern deshalb, weil ich das einfach gerne tu und nicht unbedingt als Zeitfresser sehe.

Dir eine schöne Zeit!
Kristin

Heinrich hat gesagt…

Liebe Christa,
haben Sie in Ihrem Blog eine andere Zeitzone eingestellt?
Es ist bei mir in Hannover jetzt 12:45 Uhr - mal schauen, welchen Zeitstempel mein Eintrag nun bekommt.

Über Zeit könnte ich mich stundenlang auslassen, aber ich will Sie nicht langweilen oder gar Ihre Zeit stehlen. Ich habe im Gegensatz zu vielen Menschen unendlich viel Zeit, weil ich Zeit nur für die Dinge verbrauche, die mir wichtig sind.

Gruß Heinrich

Petra hat gesagt…

@Kristin
Bei mir ist der Haushalt so eine ungeliebte Zeitverschwendung. Aber nun hat mir jemand gesagt, dass man dabei hervorragend planen und nachdenken kann. Ich wische nicht lieber als vorher, aber nutze die Zeit viel besser. Ungeliebtes Shopping (me too) verbinde ich gern mit einem Cafébesuch oder einem Treffen mit Freunden davor oder danach. Trotzdem: Sollte ich je reich werden, muss mir ein persönlicher Assistent Schuhe und so Zeug kaufen gehen. ;-)

@Christa
In Stressphasen und vor Abgabeterminen mache ich mir Tageslisten aus Papier und benutze einen fetten Rotstift. Das ist besser als virtuell, weil man die getane Arbeit "anfassen" und ganz fest ausstreichen kann. Oben stehen die Prioritäten, tiefer die unwichtigeren Dinge. Außerdem gibt's Sternchen: Schaffe ich mehr als mein Tagespensum (etwa an Seiten), kann ich später herumdröseln. Soundsoviele Sternchen ergeben einen zusätzlichen unbezahlten Urlaubstag.

Ganz ganz wichtig: Auf die Liste müssen auch schöne Dinge, Pausen, Freizeit, aktives Zeitverschwenden. Dann merkt man nämlich, wie wichtig letzteres ist, um die Batterien wieder aufzuladen...
Und natürlich habe ich Phasen, wo ich fünf Dinge gleichzeitig tue, aber die hören dann auch wieder auf.

Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

@Heinrich: Danke! Ich habe mich immer gewundeert, was denn da für eine Zeit angegeben wird- es war die pazifische! Habe jetzt auf Brüssel umgestellt.

@Alle: Das, was Sie, Heinrich, sagen und was Petra zuletzt schrieb, ist ausschlaggebend: Ich mache zu wenig wirklich erholsame Pausen, es geht immer alles nonstop. That's it.

Grüße
Christa