Ein E-Book selbst herauszugeben ist gar nicht so einfach. Auch wenn das ursprüngliche Print schon veröffentlicht, lektoriert und korrektoriert wurde. Ich habe es ja erweitert, und es sind etliche Seiten mehr geworden. Mit einem Wort, die professionelle Formatierung, bei der mir eine liebe Kollegin behilflich war, zeigte sich noch als Spaziergang. Dann aber die immer weiteren Korrekturen, Durchsicht auf dem Kindle oder dem Kindle Previewer - das hat ein paar Tage in Anspruch genommen, und alles andere musste liegenbleiben. Zwischendurch im Stress lief ich zum Postkasten, machte mit dem Schlüssel das Auto auf, holte die gelbe Tonne herein, wieder ins Haus, nahm das Altpapier, schüttete es draußen in die Papiertonne, packte den Einkaufskorb, stellte ihn ins Auto, dann holte ich Spinat aus der Gefriertruhe und begann zu kochen.
Alles Paletti. Als ich jedoch zwei Stunden später losfahren wollte, war der Schlüssel weg! Der Bund mit Auto-, Haustür und Briefkastenschlüssel. In zunehmender Panik begann ich zu suchen. Im Auto, im Briefkasten, in der Papiertonne, unterm Sofa, in den Mülleimern, im Bad, im Schlafzimmer, in den Taschen und Schränken. Mein Partner kam extra angefahren und suchte mit. Ergebnislos! Wo zum Teufel sollte dieser Schlüssel sein? Der konnte sich doch nicht in Luft auflösen.
Zum Glück fand ich einen Ersatzschlüssel fürs Auto und die Tür. Aber abends wurde mir doch mulmig. Was, wenn der Schlüssel auf die Straße gefallen war und jemand ihn aufgesammelt hatte? Würde der jetzt das Auto klauen oder in die Wohnung kommen? Oder hatte ihn eine dieser Elstern gestohlen, die hier oft auf dem kahlen Nussbaum sitzen? War der nicht zu schwer? In meiner Verzweiflung fragte ich die KI. Sie war klug und hat mir alle Stellen genannt, wo der Schlüssel sich verstecken könnte. Da war er aber nicht, und zwei Tage lang suchte ich weiter. Nur in einem Punkt hatte die KI recht: Meist ist der verlorene Gegenstand dort, wo man ihn am aller wenigsten vermutet. Heute Abend hatte ich dann eine Eingebung. Es musste der Nebenraum sein. Geschirrschrank und Tiefkühler vorgezogen, dahinter war nix. Mein Blick fiel auf die Gartengeräte. Da glitzerte doch was! Innerlicher Jubel. Da lag der Schlüssel und wartete seit zwei Tagen darauf, entdeckt zu werden. Dann fiel mir ein, dass ich nach dem Entsorgen des Papiers auch noch die Schneeschaufel ins Haus geräumt hatte. Jupidei!
Fazit: Die KI kann zwar schön zusammenfassen, was man alles tun kann, um verlorene Gegenstände wiederzufinden -man solle letztendlich sogar auf dem Boden durch die Wohnung robben - auf den eigentlichen Fundort muss man aber schon selber kommen.

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