Freitag, 7. April 2017

Rausgeschmissen aus dem Universum!

In den letzten Wochen hatte ich ganz allmählich bemerkt, dass mein Schreibprogramm (Open Office) nicht mehr das war, was es eigentlich hätte sein sollen. Beim Speichern und Kopieren stürzte es immer wieder ab, und ich musste den Laptop herunterfahren, um es wieder in Gang zu bringen. Nun ja, im Netz erfuhr ich, dass Open Office offensichtlich auch bei anderen diese Zicken veranstaltete. Wie war das noch mit Word gewesen? Das galt doch damals ebenfalls als weich und unzuverlässig. Eine ganze Zeit lang ließ sich das noch händeln. Es war mir deswegen wichtig, weil ich
1. Exposé, Leseprobe, Bibliografie und Vita fertigmachen wollte für den Versand an eine exklusiv     ausgesuchte Agentur-das hatte ich gerade noch hingekriegt.
2. Ein Verlagsbuch überarbeiten wollte, von dem ich die Rechte zurückgefordert habe.

Dann, vor ca. eineinhalb Wochen, ging gar nichts mehr. Der Laptop ließ sich nicht mal mehr starten.
Es war ein Wochenende, und ich konnte meinen Helfer in der Not nicht gut stören. Ich folgte den Anweisungen, setzte Windows zurück und hatte alles schon fast wieder am Laufen. Da kamen Eingabeaufforderungen, die mir merkwürdig erschienen. Mein Nothelfer stellte dann nach fünf Tagen fest, dass es ein Trojaner gewesen sein muss, der schon das Schreibprogramm lahmgelegt hätte. Jetzt ist eine neue, feuerfeste Sicherheitsfunktion drauf. Dazu kommt noch ein externe Festplatte wegen der Datensicherung. Ich frage mich, warum es diesen Trojanern so viel Spaß macht, anderen so viel Ärger zu bereiten! Alles musste ich neu konfigurieren und anmelden, mitsamt Passwörtern und Pipapo.

Merkwürdig war es für mich, wie diese Offlinezeit diesmal auf mich gewirkt hat. Bei früheren Gelegenheiten war ich insgeheim immer ganz froh gewesen, mal wieder die bunte Außenwelt für mich entdecken zu können. Diesmal war es so, als wäre ein ganzes Universum versunken. Ich konnte nicht weiterarbeiten, nichts googeln, keine Emails abrufen, in kein Forum und kein Facebook reingucken. Es hätte ja eine Mail von der Agentur dabei sein können! Also fühlte ich mich richtig elend und kroch fernsehender- und einkaufenderweise durch die Tage.

Als heute der Befreiuungsschlag stattfand und ich endlich meinen Laptop wieder stehen hatte, blieb das große Aha-Erlebnis aus. Es war niemandem aufgefallen, dass ich fast eine Woche weg war. Es kam keine wirklich wichtige Mail. Doch es war gut, bei anderen wieder mitzulesen. Und es ist absolut gut, mein wichtigstes Arbeitsinstrument wieder in den Händen zu haben. Und mir wurde während dieser Woche noch einmal absolut klar, was ich heute auch bei Autorenkollegin Alice Gabathuler gefunden habe: u-turn-back-to-roots.html Das war für mich zeitlebens ein Motto gewesen, wenn ich merkte, dass ich mich irgendwie verrannt oder zu sehr von mir entfernt hatte: zurück zu den Wurzeln, zu den Bäumen (und im jugendlichen Übermut hatte ich hinzugefügt: und zu den bunten, närrischen Träumen!)

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