Samstag, 26. März 2016

Ostern 2016

"Die Einschläge kommen immer näher" - diesen Titel hätte ich einem Beitrag in meinem Blog geben können, wenn ich mich in den letzten Tagen nicht fast total aus den sozialen Medien zurückgezogen hätte. Im Realleben stelle ich fest, dass die Menschen wieder enger zusammenrücken. Noch nie habe ich so viele Anrufe bekommen wie in diesen Ostertagen. Man will sich wieder treffen. Man ist froh, dass man in einem stinklangweiligen Kaff auf dem Land lebt. Die Terroristen und alle Gewalttäter sollten auf den Mond geschossen werden. Meine Nachbarin und ich sind sehr traurig, dass "unsere" weiße Katze überfahren worden ist. Innerlich singe ich alle Katzenlieder, die ich je gelernt habe, wie das Kind im Wald. Wir freuen uns, dass ein Musikerfreund den Krebs überlebt hat und bald ein Blueskonzert geben will. Leben künftig nur noch in Nischen? Aber wir wissen, dass auch der Krieg für unsere Vorfahren zum Alltag wurde. Die Deutschen meiden Gefahrenländer, sie meiden Massenansammlungen und Massenfortbewegungsmittel. Alle wollen nur noch nach Spanien oder in Deutschland Urlaub machen. Das führe zu vermehrten Staus. Wer, wie mein Sohn, über Ostern nach Teneriffa fliegt, setzt sich erhöhten Gefahren aus. Und doch spüre ich in meinem Umfeld, selbst auf der Straße nicht, in den Städten nicht die Bedrohung. Alles geht seinem Alltag nach, der Krieg kommt über den Fernseher herein, den kann man wieder abschalten. Und das ist auch gut so. Petra van Cronenburg hat die Situation sehr eloquent beschrieben. Da hilft nur Fugenkitt.
                                                                           
An diesem strahlend schönen Ostersamstag, den wir für einen Ausflug nutzen wollen, wünsche ich allen meinen Lesern ein schönes Fest und viel Resilienz und Freude an anderen und den guten kleinen Dingen, die ja nach wie vor da sind.

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