Montag, 1. Dezember 2014

Stichtag 1.1. 2015: Autor verdient weniger oder der Käufer zahlt mehr

Kürzlich habe ich mal meine Termine bei KDP select angschaut. "Teufelswerk" läuft bis zum 5.12. unter KDP select und wird dann automatisch um 90 Tage verlängert, wenn ich das Häkchen nicht rausnehme. "Eduard Mörike" geht noch bis zum 29. Januar. Jetzt lese ich mich in den Stand der Erfahrungen ein, die mit anderen Anbietern gemacht wurden. Einiges haben Matthias Matting und Johannes zum Winkel zusammen getragen. Kein leichtes Unterfangen, wie mir scheint. Dazu kommen zwei weitere Neuerungen: Wie schon erwähnt, machen die unbeschränkten Ausleihen von Kindle unlimited Rabattaktionen überflüssig. Dann werden die Preise der E-Books ab 1. Januar durch die neuen Mehrwertsteuerbestimmungen erhöht. Mein Buch würde dann automatisch von einem Preis von 3,99 auf 4,63 erhöht. (bisherige MWST von 3% + 16% MWST Deutschland-19%). Dazu noch ein Artikel aus dem Literaturcafé: Was Sie ab Januar 2015 beachten müssen. Demnach müsste ich, wenn ich jetzt einen Distributor suche, meine E-Books gleich auf 4,63 Euro erhöhen-der Distributor gleicht das dann auch bei Amazon an. Dann wären die Preise in allen Läden gleich. Fragt sich nur, welcher Distributor -Bookrix, Neobooks? Bookrix sei auf Platz 1 der Selfpublisherbibel von Matthias Matting, steht da. Note 2,14.

Hier noch der Link zur Tabelle mit dem Vergleich aller Distributoren: (2013, Self Publisherbibel) Distributoren im Vergleich.


Kommentare:

PvC hat gesagt…

Kleiner Irrtum, liebe Christa,
der Preis deiner Bücher wird nicht automatisch ab 1.1.15 erhöht, denn Verbraucherpreise beinhalten bereits die MwSt. Was automatisch passiert: Deine Tantiemen sinken um den entsprechenden Wert, in deinem Rechenbeispiel um 16%.

Du tätest also - wirtschaftlich gesehen - gut daran, selbst deine Preise zu erhöhen. Und solltest bedenken, dass via Distributor schon immer 19% berechnet wurden. Du also auch hier Einbußen hast, wenn du das nicht bedenkst. Das Problem liegt also erst mal nur bei Amazon, das bisher die Autoren zu Tiefstpreisen getrieben hat. Denn wenn du dein Buch dank Buchpreisbindung z.B. bei Thalia für 3.99 verkaufst, gehen auch 19% ab. Jetzt schon.

Herzlichst, Petra

Christa S. Lotz hat gesagt…

Sehr verwirrend, liebe Petra, aber allmählich fange ich an, ein wenig durchzublicken. Das muss ich dann alles in der Zeit bis zum Jahresende und danach entscheiden und regeln. Auch, für welche Art der Distribution ich mich entscheide. Frage. Wenn ich es jetzt auf 4,63 Euro erhöhen würde, wäre der Preis dann 4,63 Euro für den Käufer und ich würde Tantiemen erhalten, als wenn das Buch
3,99 Euro kosten würde?

Christa, in Mathe immer schwach gewesen

PvC hat gesagt…

Liebe Christa,
ich hatte leider gestern auch einen Knoten im Hirn und eines nicht bedacht: Amazon stellt die Art der Eingabe am 1. Januar komplett um (nämlich auf die Art, die andere Shops längst haben) - und dadurch sind wir leider doch gezwungen, zum Jahresbeginn zu basteln ... oder ein paar Tage andere Tantiemen zu haben. Das ist vor allem für diejenigen eminent wichtig, die in anderen Shops auch verkaufen und die Buchpreisbindung einhalten müssen.

Zu deiner Frage:
BISHER gibt man bei Amazon NETTOpreise ein = Ladenpreis minus MwSt. (3%, dann mehr)

Ex: Du hast ein Buch zum Ladenpreis von 3.99, musst also derzeit eingeben: 3.87 E (bei 3% MwSt).

Ab 1.1.15 gibt man in Amazon BRUTTOpreise ein, also den echten Ladenpreis für den Kunden. So wie in anderen Läden. Das wird für SPler mit mehreren Läden also einfacher zu kalkulieren, wegen der Buchpreisbindung.
Du gibst also theoretisch 3.99 E ein.
ABER: Die MwSt., die nun nach dem Käuferland berechnet wird - bei deutschsprachigen Büchern meist D., steigt in vielen Ländern massiv an. In D. liegt sie bei 19%.
Du verdienst also mit dem gleichen Ladenpreis weniger.
Darum die Frage, ob man nicht die Preise anhebt, um den Verlust auszugleichen. Dabei zu beachten ist bei mehreren Shops, dass z.B. Apple nur .49 oder .99 Preise annimmt. Du könntest dann also 4.49 E oder 4.99 E verlangen.

Ob und wie man Preise erhöht, hängt an wirtschaftlichen Überlegungen.

Herzlichst,
die auch schwache Rechnerin Petra

PvC hat gesagt…

PS: Lass dich jetzt nicht verwirren: Wenn du NICHTS machst, rechnet Amazon einfach auf deinen bisherigen NETTOpreis die neue MwSt. drauf, du landest also bei einer krummen Zahl, 4,60 E bei 19%.

Was die Distributoren betrifft, so empfehle ich unbedingt, andere KollegInnen privat nach Erfahrungen zu fragen, es gibt da durchaus Horrorstories von Unvermögen und mangelnder Professionalität. Ein wenig prüfen, wie schnell und gut die Anbieter auf Fragen / Support reagieren. Und genauestens das Kleingedruckte lesen, denn Tantiemen sind nicht alles! Andere Frage: Welche Shops sind dir wichtig und kann man Amazon ausschließen. Ich bin auch immer noch unentschieden zwischen zweien ...

Christa S. Lotz hat gesagt…

Liebe Petra,

mit den neuen Berechnungen bin ich schon einigermaßen klar gekommen. Spontan würde ich dazu neigen, zu erhöhen, um den MWST-Verlust auszugleichen. Da bei mir ein Buch am 5.12.14 als KDP-Select-Buch ausläuft, muss ich mich einigermaßen schnell entscheiden, welchen Distributor ich nehme, weil es sonst bis März weiterlaufen würde und ich bei niemand anderem anbieten darf. Neobooks habe ich schon früher geprüft und war eigentlich nicht so begeistert. Autorenkollegen berichteten, dass sie kaum was verkauften und dass man sehr aktiv in der Community mitmachen und andere ständig bewerten müsste, um überhaupt beachtet zu werden. Weiß nicht, ob das heute auch noch so ist. Vorteil ist allerdings, dass man selber bei Amazon einstellen kann und wenigstens in den Genuss der 35% kommen würde. Die ISBN
von Neobooks darf man nicht bei Amazon benutzen. Dies alles hatte ich im Literaturcafé schon 2013 gelesen: http://www.literaturcafe.de/selfpublishing-neobooks-erlaubt-amazon-ausnahme/

Dann habe ich mich heute Vormittag bei Bookrix umgesehen. Da lachten mir schon mindestens vier Fotos von Autoren entgegen, die ich kenne. Habe auch den Vertragstext überflogen und meine, dort dürfe man gar nichts selbst einstellen. Matthias Matting hatte doch mal eine sehr gute Gegenüberstellung der Distributionsshops mit allen Vor-und Nachteilen, finde ihn aber gerade nicht mehr. Es bleibt spannend, wo wir schließlich landen werden! :-)

Herzlichst
Christa

Christa S. Lotz hat gesagt…

Ich habe die Tabelle mit dem Vergleich aller Anbieter (von der Selfpublisherbibel 2013) jetzt gefunden, sie gebookmarked, und stelle den Link noch oben im Beitrag ein. Kürzlich las ich bei Matthias, dass jetzt noch der italienische Narcissus dazugekommen sei.

PvC hat gesagt…

Liebe Christa,
man muss sich nicht schnell entscheiden. Du kannst aus Select raus und dein Buch bei Amazon ganz normal ohne Select laufen lassen. Mach ich nur.
Herzlichst, Petra

Christa S. Lotz hat gesagt…

Super, Petra, zwei Seelen, ein Gedanke! Gerade wollte ich nämlich schreiben, dass ich mich nicht bis morgen entscheiden kann, die Sache ist einfach zu komplex. Ich wollte schreiben, dass ich die beiden Bücher erst dann bei einem Distributor einstelle, wenn das Mörike-Buch Ende Januar frei wird. Die Häkchen habe ich schon vor ein paar Tagen rausgenommen. Bei der Übersicht habe ich auch gesehen, dass viele Anbieter keine Printausgabe machen. Es gibt also noch einiges zu überlegen. Bis zum Jahresende wird sich sicher für jeden etwas ergeben (die Verträge haben es auch in sich, habe ich auf deiner FB-Seite gelesen). Jetzt ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, denn das war jetzt einfach zu viel neben dem Schreiben, dem Korrigieren und der Arbeit.

Herzlichst
Christa