Sonntag, 24. November 2013

Wohin mit den Belegexemplaren?

In meinen Kommoden und Schränken stapeln sich die Belegexemplare der Bücher. Anfangs habe ich sie als Rezensionsexemplare verschickt, da kamen auch immer gleich zwanzig Stück zu jedem Roman. Oder sie gingen an Leserundenteilnehmer. Inzwischen sind die Verlage sparsamer geworden, und eigentlich auch mit Recht. Denn wo kann man diese Bücher sinnvoll einsetzen? Also packte ich gestern eine Tasche voll, und los gings auf eine kleine Reise, die wir sowieso geplant hatten. Auf dem Weg zum Geburtsort Christian Friedrich Daniel Schubarts sollten uns allerdings noch so mancherlei glückliche Zufälle begegnen:
                                             
Das Städtchen Murrhardt zum Beispiel mit seinem 1000 Jahre alten Kloster St. Januarius, der angebauten Walterichskapelle und den Dämonengestalten am Portal. Dazu ein Klostercafé und warmer Apfelstrudel mit Eis und Sahne. In Obersontheim findet man ein Renaissanceschloss, Schubarts Geburtshaus und eben eins von diesen Büchertauschregalen. Ich tauschte das fünfzehnte und sechzehnte Jahrhundert gegen das neunzehnte. Wenn man Glück hat, sieht man den Nachtwächter in Schwäbisch Hall durch die Gassen ziehen und hört in der Kirche einem Probechor zu, dessen Gesang durch Mark und Bein geht. Und wenn man noch mehr Glück hat, erwischt man auf dem Rückweg - bei der Abendessen-Suche-keinen Aldi-Leberkäs und kein verbranntes Schnitzel, sondern einen Braten mit Dunkelbiersoße vom Haller Landschwein. Solche Glücks-Tage sind selten und müssen irgendwie festgehalten werden, um sich daran zu wärmen, wenn das Chaos, der Regen, die Kälte, Weihnachtsrummel und Winterdepression sich wieder festzusetzen drohen.

Dämonische Gestalt am Portal der Kapelle



Walterichskapelle

Blick aus dem Fenster des Klostercafés

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