Dienstag, 13. Dezember 2011

Mutmacher - für sich selbst und das Schreiben

Die schwarzen Wasser der Enz
Heute, elf Tage vor Weihnachten, fand ich gleich zwei Beiträge, die mir noch einmal Mut gemacht haben, die ganzen Weihnachtspsychosen durchzustehen und mich auf die Zeit zu freuen, in der ich wieder aufatmen kann.
Die Mitte finden von Annette Weber und das Jahresabschluss-und Schreibresumé von Nikola Hotel. Es sind so ähnliche Erfahrungen, die die anderen machen und die man selbst immer wieder macht. Zur Zeit ist es so: Wenn ich nicht gerade arbeite, mache ich den Plot meines neuen Romans dichter, verwerfe Unnützes und das Zuviel. Dann schreibe ich wieder ein paar Seiten.
Kürzlich bekam ich eine Antwort auf meine Frage, was wohl ein Schriftsteller machen würde, wenn mitten im Roman ein Anruf kommt: Du musst sofort los, da will sich jemand umbringen oder hat Drachen im Bauch! Antwort: Das würde dem Schriftsteller gar nicht nicht passieren. Er hat sich nämlich entschieden. Ich dachte auch immer, dass ich mich eines Tages entscheiden müsste, aber das muss ich nicht. Da ich von meinem aufregenden, manchmal weit über die Grenzen gehenden, aber oftmals auch total befriedigendem und schönen Job lebe und dadurch meine aufregenden, anregenden, gleichgesinnten Kontakte habe, gebe ich ihn auch nicht auf. Das Schreiben dagegen ist zwar auch aufregend, wunderbar, das Leben vertiefend und bereichernd, aber es ist einsam. Bis auf die Momente, in denen ein Austausch mit anderen Schreibenden stattfindet. Ich denke an die Passage meines Mörike-Buches, in dem Wilhelm Waiblinger zu Eduard Mörike sagt: Wenn du nur schreibst, machst du dich nicht nass! Du musst das Leben mit seinen Abgründen und Verletzungen spüren, sonst kannst du auch nicht wirklich schreiben. Für mich gibt es immer Zeiten, die sich mehr mit dem Außen, dem brüllenden, glänzenden, harten und fordernden und solche, die sich mit dem Innen, dem ebenso, aber auf einer anderen Ebene lauten Leben befassen. Manchmal nacheinander, manchmal gleichzeitig-das ist das Hektischste-und manchmal zu einer Einheit verschmolzen.

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