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Mittwoch, 21. Januar 2026

Dann passiert das Leben

 Neuerdings gehe ich wieder ins Kino. Nachdem ich eine alte Freundin nach langer Zeit getroffen habe, ausgerechnet an der Kasse von C&A in Nagold. Schon zum zweiten Mal war ich im Kino. Letzte Woche war es der Film "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" der genau dort spielte, wo wir im letzten Oktober in Berlin ein-und ausgestiegen sind. Hat mir schon gut gefallen, noch besser aber "Dann passiert das Leben". Eine Art Tragikomödie mit Tiefgang, dargestellt von Anke Engelke und Ulrich Tukur. .Anfangs fühlte ich mich an Loriot mit seinen Beziehungs-Slapsticks erinnert und musste schon grinsen und lachen, dann gab es einen gewaltigen Schnitt, und alles kippte in eine Tragödie hinein, die aber alles, was geschah und was die Figuren taten oder fühlten, miteinander verwob. Alles, alle Utensilien wie das elektronische Rollo, das hoch-und runtergefahren wurde, die Beziehung zum Sohn, zum Beruf und sonstigem Umfeld war so genial austariert, dass man nur noch dasitzen, mal ein Lachen von sich gab, mal Tränen in den Augen hatte. Ich habe mich und mein Umfeld in so vielem wiedererkannt, einschließlich der Aversion gegen manche zu krasse Formen der Digitalisierung und der KI. Der Staubsaugerroboter als Symbol. Ich habe gefühlt, dass ich selbst an diesem Scheideweg bin. Nach  mehr als 20 Jahren Schreiben neben dem Beruf, mit Begleitung durch einen Partner, meinen Sohn und eine Autorengruppe und teilweise Isolation, besonders während der Coronazeit, bin ich gerade dabei, wieder ins Leben hinauszutreten und das Innen und das Außen mehr in Gleichklang zu bringen.

Dann passiert das LebenInhaltsangabe aus dem "Merkur":

Inhalt

Eine feinfühlige Hommage an eine vergessene Liebe. In den Hauptrollen: Anke Engelke und Ulrich Tukur. Hans, der als Schuldirektor kurz vor der Pensionierung steht, bewegt sich für seine Frau Rita eher wie ein Gast in ihrem Leben. Der gemeinsame Sohn ist längst aus dem Haus, und die langjährige Ehe der beiden folgt einer eingespielten Routine. Die neuen Fliesen im Bad sind nur der Anfang von etwas, das Rita große Sorgen macht. Auf einmal werden alte Wunden wieder sichtbar. Auf einmal fällt den beiden auf, wie wenig sie über das Leben ihres Sohnes wissen. Auf einmal ist nicht mehr klar, ob sie zwei Einzelne oder ein Paar sind. Doch dann passiert das Leben…

Samstag, 27. Dezember 2008

Fragen zur Zukunft des Buches

Dazu habe ich noch den Vortrag des Literaturagenten Ernst Piper gefunden, der unter anderem auch die jetzt zunehmend vertraglich festgelegten Nutzungsrechte des Verwerters in bisher noch unbekannten Nutzungsarten beleuchtet.

http://www.goethe.de/wis/med/dos/dig/zdb/de1523169.htm

Ich persönlich habe keine Bedenken, in Zukunft kein Buch mehr in die Hand nehmen zu können.
Die Millionen von Büchern, die jetzt im Umlauf sind oder gedruckt werden, werden ja nicht eingestampft, sondern weiter vertrieben, zum Beispiel über die Antiquariate oder Bücherflohmärkte, die sich meiner Beobachtung nach großer Beliebtheit erfreuen.
Was könnte denn eine noch unbekannte Nutzungsart sein? Vielleicht solche kleinen, taschenkalenderähnlichen Dinger, die man überallhin mitnehmen und per Knopfdruck die Seiten aufschlagen und beliebig lesegerecht vergrößern kann. (Aber die gibts sicher schon längst).

Ich weiß noch, dass den Kinos der Tod angesagt wurde, als das Fernsehen aufkam. Die Schallplatte ist tatsächlich weitgehend der CD gewichen. Früher war ich eine leidenschaftliche Zeitungsleserin-jetzt beziehe ich meine Informationen aus Fernsehen, Radio und Internet. Nur noch am Wochenende lese ich Zeitung, wegen des Reiseteils.
Gestern Abend habe ich PC und TV ausgeschaltet gelassen und den ganzen Abend einen Bildband von Eva Walter und Thomas Pfründel gelesen (Vom Taubergrund zum Bodensee). Das war sehr gemütlich und hat mich irgendwie frei und glücklich gemacht. Ein Reiseziel haben wir heute schon angefahren und dabei ganz andere Sachen entdeckt als die im Buch angegebenen-die Städtchen Oberderdingen und Diefenbach, rund um Maulbronn, wo wir dann abends durch das dunkle Kloster gingen, derweil uns der Wind um die Nase pfiff. Ich bekam plötzlich Lust, meinen Maulbronn-Roman weiterzuschreiben.
Mir persönlich wäre es am Liebsten, wenn alle Formen nebenher bestehen und sich ergänzen können, wovon ich ja auch schon längst profitiere: Ich schaue, wenn ich irgendwohin will, in mein Reisebuch, vergewissere mich im Internet über Öffnungszeiten usw. und schreibe ggfs. über das Gesehene im Computer.