Eigentlich bin ich ganz dankbar, in meinem kreativen Schaffen unterbrochen worden zu sein, denn ich sollte, laut Forderung meines inneren Drehbuchs, jetzt fünf neue Figuren ins Leben rufen, ihnen zeitgemäße Musikinstrumente wie Sackpfeife und Trommel verpassen und sie dann entsprechend ihrem Auftrag agieren lassen. Aber so habe ich zwischendurch mit Vergnügen einen Beitrag von Petra van Cronenburg gelesen: Der Drang zur Schriftstellerei. Unter anderem geht es darum, wie man schon immer dazu kommt, seine Werke zu veröffentlichen, auf der anderen Seite, wie auch heute noch Menschen davon träumen, mit dem Schreiben reich und berühmt zu werden.
Ich glaube, es nutzt wenig, anderen diesen Traum ausreden zu wollen, die Erfahrung muss jeder selbst machen. Habe ich eigentlich auch einmal davon geträumt? Ja, ich gebe es zu, ich habe davon geträumt, in einem Haus am Bodensee zu leben, in der Welt herumzureisen und zu schreiben. Beim ersten Buch habe ich gedacht, ich würde einen Preis dafür gewinnen. Wenn ich es nüchtern betrachte, dann habe ich einen Teil von dem erreicht, von dem ich geträumt habe: nämlich hermzureisen und zu schreiben.
Und das meinte ich, das reicht mir aus als "reich und berühmt sein": Nach Tübingen, unserer heimlichen Hauptstadt des Geistes (und der süddeutschen Hauptstadt mit der höchsten Lebnsqualität) fahren, die Sonne kommt mal für ne Stunde raus, die Neckargase hochgehen, beim Italiener Käse und Brot kaufen, bei Invitto eine heiße Latte trinken, es riecht nach Knoblauch und Spinat, und meinen "Bischof" beim Osiander sehen, in guter Gesellschaft. Und gleich daneben; "Ist die Kirche noch zu retten?" Vom Tübinger Theologen Hans Küng.
Literaturwettbewerb “Mumien”
Vor 1 Woche

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